G. Weilnhammer

Möglichkeiten und Grenzen der Farbätzung nach Klemm

Possibilities and Limits of Color Etching According to Klemm

1.472K Views | 0 Notes

In vielen Metallographielaboren sind inzwischen die verschiedenen Farbätztechniken als Ergänzung zu den Standardpräparationen oder – bei manchen Werkstoffgruppen – sogar als Ersatz für diese, eingeführt. Für die Interpretation der entstehenden Gefügeaufnahmen ist jedoch eine gewisse Erfahrung notwendig. Um die Vorteile der Farbätzungen erkennen und umsetzen zu können, sollte sowohl die Präparation als auch die Auswertung unter Anleitung geübt werden. Auf diese Weise können in der Folge Fehlinterpretationen vermieden werden.

Die Farbätzungen nach Klemm sind zum Einen geeignet, um bei un- und niederlegierten Stählen, bei Gusseisen und in Werkzeug- und Vergütungsstählen Karbidausscheidungen auf den Korngrenzen, sowie Seigerungen besser erkennen zu können (Klemm I). Auch bei Kupferlegierungen und Lötungen sind diese Ätzungen (Klemm II und Klemm III) sehr gut einsetzbar und geben unterschiedliche Mischkristalltypen, Entmischungen (Seigerungen), Diffusionszonen und Feinausscheidungen wieder.

Bibliographie
G. Weilnhammer (2017). Possibilities and Limits of Color Etching According to Klemm. Practical Metallography: Vol. 54, No. 5, pp. 320-329.
© Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
ISSN 0032-678X