S. Dieck, M. Ecke, J. Frömert, T. Halle

Gefügecharakterisierung martensitischer Q&P-Stähle – Vergleich zwischen Ätzverfahren und Rückstreuelektronenbeugung

Microstructural Characterization of Martensitic Q&P Steels – a Comparison of Etching Techniques and Electron Backscatter Diffraction

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Die Methoden und Verfahren der Gefügecharakterisierung und Phasenquantifizierung umfassen ein vielseitiges Spektrum. In dieser Arbeit wird ein Vergleich zwischen lichtmikroskopischen Untersuchungen in Abhängigkeit unterschiedlicher Ätzverfahren und Analysen mittels Rückstreuelektronenbeugung präsentiert. Dabei genutzte Ätzverfahren waren V2A-Beize, Kalling I und Beraha II. Das Ziel bestand in der Phasenquantifizierung von Austenit in einem Q&P-wärmebehandelten X46Cr13. Die Q&P-Wärmebehandlung ermöglicht hohe mechanische Festigkeiten (für X46Cr13 ca. Rp0,2 = 1750 MPa) bei gleichzeitig hohen Bruchdehnungen (A = 14 %), was auf einer Kombination von Anlassen des Martensits und TRIP-Effekt beruht. Hierfür ist ein spezielles Verhältnis von Martensit und Austenit notwendig, welches über die Wärmebehandlung eingestellt werden kann. Um deren optimale Parameter definieren zu können, sind neben der Ermittlung der mechanischen Kennwerte auch umfangreiche Phasenanteilsbestimmungen notwendig. Insbesondere Beraha II lieferte vielversprechende Ergebnisse. Im Vergleich mit EBSD konnten gleiche Phasenanteile an Austenit mit Abweichungen der absoluten Werte zwischen einem und drei Prozent bestimmt werden. Für einen großen Probenumfang und zur Reduzierung von Zeitaufwand und Kosten, bietet diese Methode eine mögliche Alternative bzw. Ergänzung bei der Gefügecharakterisierung und Werkstoffentwicklung.

Bibliographie
S. Dieck, M. Ecke, J. Frömert, and T. Halle (2018). Microstructural Characterization of Martensitic Q&P Steels – a Comparison of Etching Techniques and Electron Backscatter Diffraction. Practical Metallography: Vol. 55, No. 10, pp. 660-677.
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ISSN 0032-678X