A. Undisz, J. Wilke, H. Kolbe, J. Seeger, and M. Rettenmayr

Das Kupfer des Reiterstandbildes am Kyffhäuser

The Copper of the Kyffhäuser Monument

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Kurzfassung

Die Verbindung von Kupfer und Kunst geht weit zurück. Seit Jahrtausenden wird das duktile Metall im kalten Zustand durch Treiben mit Hammer und Punzen zu Schmuck, Gefäßen oder Denkmälern verarbeitet. Jüngere Beispiele sind die Freiheitsstatue in New York, die Quadriga in Berlin und das Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. am Kyffhäuser. Im Zuge der kürzlich abgeschlossenen Sanierung des Kyffhäuserdenkmals konnte eine wissenschaftliche Untersuchung am Kupfer des Reiterstandbildes durchgeführt werden. Die Untersuchungen ergaben, dass der Werkstoff aufgrund des Gehalts an Sauerstoff und Blei mehrphasig ist. Im Hinblick auf die mechanischen Eigenschaften ist den Fremdphasen nur geringe Bedeutung beizumessen. Details des Gefüges mit räumlich zusammenhängender Anordnung der Fremdphasen wurden jedoch in dieser Art bisher nicht beobachtet. Die Entstehung des Gefüges wird unter Einbeziehung der besonderen Gegebenheiten der künstlerischen Formgebung durch das Treiben diskutiert.

 

Bibliographie
A. Undisz, J. Wilke, H. Kolbe, J. Seeger, and M. Rettenmayr (2017). The Copper of the Kyffhäuser Monument. Practical Metallography: Vol. 54, No. 6, pp. 353-365.
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ISSN 0032-678X